Kultur und Geschichte

Die Insel Ufnau liegt zusammen mit der kleineren Lützelau im Gebiet der jungsteinzeitlichen Seeufersiedlungen zwischen Rapperswil und Freienbach. Im Jahr 965 war die Ufnau ein Geschenk von Kaiser Otto dem Grossen und dessen Gemahlin Adelheid an das Benediktinerkloster Einsiedeln. Das geschichtsträchtige Eiland mit seinen mittelalterlichen Sakralbauten war zudem einst Standort eines gallorömischen Tempels.

Gasthaus «Zu den zwei Raben»

Das denkmalgeschützte Gasthaus «Zu den zwei Raben» stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das barocke Gebäude diente über Jahrhunderte als Gast- und Wirtshaus für Pilger, Reisende und Besucher der Insel. In den Jahren 2016 bis 2018 wurde das Gasthaus umfassend saniert. Heute bietet es draussen eine einzigartige Gartenwirtschaft unter den schattenspendenden Platanen an. Auf drei Terrassen kann man den Blick in alle Richtungen des Zürichsees schweifen und sich kulinarisch verwöhnen lassen.

Kirche St. Peter und Paul

Die Kirche St. Peter und Paul zählt zu den bedeutendsten romanischen Sakralbauten der Schweiz. Sie wurde zwischen 1141 und 1147 unter der Herrschaft des Klosters Einsiedeln errichtet. Der dreischiffige Bau zeichnet sich durch seine schlichte romanische Architektur mit massiven Mauern, Rundbogenfenstern und einem markanten Glockenturm aus. Die Kirche ersetzte einen älteren Vorgängerbau und diente über Jahrhunderte als religiöses Zentrum der Insel. Gemeinsam mit der benachbarten Martinskapelle bildet sie ein einzigartiges Ensemble mittelalterlicher Sakralarchitektur. Bis heute ist die Kirche ein wichtiger Wallfahrts- und Erinnerungsort sowie ein bedeutendes Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Sie prägt das historische Erscheinungsbild der Insel Ufnau und zeugt von der langen kirchlichen und kulturellen Tradition des Klosters Einsiedeln.

Kapelle St. Martin

Die Kapelle St. Martin zählt zu den ältesten christlichen Kultstätten am oberen Zürichsee. Sie steht an der Stelle einer ersten Kirche aus dem 7. Jahrhundert und geht auf eine von Herzogin Reginlinde um das Jahr 950 gestiftete Kapelle zurück. Der heutige romanische Bau wurde im Jahr 1141 errichtet und diente ursprünglich als Pfarrkirche einer weitläufigen Grosspfarrei. Die schlichte Kapelle zeichnet sich durch ihre romanische Bauweise mit Rundbogenfenstern und einem eingezogenen Rechteckchor aus. Im Inneren sind mittelalterliche Wandmalereien aus dem 14. und 16. Jahrhundert erhalten. Zusammen mit der Kirche St. Peter und Paul bildet die Kapelle ein bedeutendes sakrales Ensemble auf der Insel Ufnau.

Arnstein

Das Gebäude Arnstein liegt leicht erhöht, wird in Dokumentationen zur Inselgeschichte als ehemaliges Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Klosterinsel erwähnt und gehört zur historischen Bausubstanz der Ufnau. Das Gebäude war über Jahrhunderte Teil der klösterlichen Infrastruktur der Insel, welche eng mit der Landwirtschaft, dem Weinbau und der Versorgung der Geistlichen und Pilger verbunden waren.

Der Rebberg

Der Rebberg auf der Insel Ufnau ist ein bedeutender Bestandteil der jahrhundertealten Weinbautradition des Kloster Einsiedeln. Neben der religiösen Bedeutung entwickelte sich die Ufnau auch zu einem Ort des Weinbaus und der Selbstversorgung. Der heutige Rebberg umfasst rund einen Hektar Rebland und liegt am südlichen Teil der Insel. Angebaut werden vor allem die traditionellen Rebsorten Pinot Noir und Räuschling, eine für die Zürichseeregion charakteristische Traubensorte. Die Trauben werden von der Klosterkellerei in Einsiedeln verarbeitet und zu regionalen Qualitätsweinen ausgebaut. Der Weinbau des Klosters Einsiedeln lässt sich urkundlich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Bereits im Mittelalter besass das Kloster zahlreiche Rebflächen am Zürichsee und bezog Wein als wichtigen Teil seiner Versorgung und seiner Zehntabgaben. Der Rebberg auf der Ufnau steht somit in einer über 800-jährigen Tradition klösterlichen Weinbaus.